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Datenschutz  -  Sinn oder Unsinn ?

Ein in den vergangenen Jahren immer größeres Thema ist der Datenschutz. Klar, dass die persönlichen Daten jedes Einzelnen auch persönlich bleiben müssen, dass niemand hierauf Zugriff haben darf! Mit wenigen Ausnahmen. Ermittlungsbehörden zum  Zweck der Strafverfolgung z.B. – doch auch hier gelten strenge Regeln, was preisgegeben werden darf und was nicht. Manchmal zeigt sich er Datenschutz jedoch auch als großer Hemmschuh!

 

So darf die Polizei etwa die Informationen, die durch eine DNA-Analyse gewonnen werden, nur teilweise nutzen. Angaben wie Augenfarbe und ethnische Herkunft  sind für eine weitere Verwendung tabu. Dabei könnten doch gerade die Suche nach unbekannten Gewaltverbrechern stark erleichtert werden, wenn die ermittelnden Beamten den Kreis der Verdächtigen dahin einengen könnten, dass bestimmte Augenfarben oder geographisches Abstammungsgebiet generell ausgeschlossen werden könnten.

 

Aber soweit brauchen wir gar nicht zugehen. Die Tücke des Datenschutzes zeigt sich schon in einem alltäglichen Beispiel:                               Die 85-jährige Anna S. lebt allein in einer Stadt in Norddeutschland. Ihre Tochter lebt im Ausland, nur eine Cousine, mit der sie vor allem zum Geburtstag in Kontakt steht, wohnt im Süddeutschland. Seit gut einer Woche versucht nun die Cousine – nennen wir sie Maria P. – Anna S. telefonisch zu erreichen, um ihr zum Geburtstag zu gratulieren. Doch Anna S. ist nicht erreichbar. Es meldet sich immer nur die monotone Computerstimmer der Telekom: „Dieser Anschluss ist vorübergehend nicht erreichbar!“

 

Maria P. macht sich Sorgen. Was ist da los? Liegt nur eine Störung des Telefonanschlusses vor, oder ist Anna S. vielleicht sogar etwas passiert? Maria P. wählt die Störungsstelle der deutschen Telekom und bittet um Überprüfung des Anschlusses von Anna S.

 

Sofern nur eine Störung vorliegt, ist wohl im Augenblick nichts Dringendes zu tun. Was aber, wenn Anna S. hilflos, vielleicht verletzt oder bewusstlos in ihrer Wohnung liegt? Dann muss doch die Maschinerie des Rettungsdienstes unverzüglich in Gang gesetzt werden! So wurde es auch der zunächst recht freundlichen Dame der Störungsstelle mitgeteilt. Lapidare Antwort: „Das muss die Anschlussinhaberin“ – also Anna S. – „schon selbst beantragen!“  Wie das denn gegen soll, fragte Maria P., wenn die alte Dame vielleicht hilflos in der Wohnung liegt? Wiederum lapidare Antwort: „Das weiß ich auch nicht! Aber aus Datenschutzgründen darf die Telekom den Anschluss nur prüfen, wenn der Anschlussinhaber dies selbst beauftragt!“

 

Es stellt sich hier schon die Frage, was denn gewichtiger ist, der Datenschutz oder die Gesundheit einer alten, alleinlebenden Dame?

 

Vielleicht sollten sowohl die Deutsche Telekom als auch unsere Datenschutzbeauftragten in Deutschland nochmal gründlich überlegen, ob in so einem Fall nicht eine weniger paragraphenorientierte Handlungsweise sinnvoller und vor allem menschlicher wäre!

 

© G.S.

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